Notwendiges Werkzeug zum Krankheitsmanagement: Für den Kranken*
1. Das Wichtigste ist, mit wem man krank ist. Sich gegen die Annahme von Hilfe von den Nächsten zu wehren, ist wie eine Ablehnung ihrer Liebe.
2. Sich an die Situation anzupassen, die die Krankheit mit sich bringt, erfordert Zeit. Es handelt sich immer um einen Prozess, dem der Kranke und seine Angehörigen unterliegen.
3. Die Meinung anderer Spezialisten einzuholen bedeutet nicht, dass man dem behandelnden Arzt misstraut und seine Diagnose in Frage stellt. Jeder Kranke hat das Recht auf Konsultationen und es ist gut, wenn er davon Gebrauch macht.
4. Der Kranke und seine Angehörigen sollten die Dinge selbst in die Hand nehmen und so viel wie möglich über seine Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten erfahren.
5. Chemotherapie, Strahlentherapie und andere Therapien verursachen bei vielen unangenehme Nebenwirkungen. Diese müssen jedoch nicht gleichzeitig auftreten, und vielen von ihnen kann vorgebeugt oder sie können gemildert werden.
6. Die Fähigkeit, um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen, wird sowohl den Kranken als auch denen, die ihn begleiten, viel erleichtern. Das kann man lernen: Übung macht den Meister!
7. Schwierigkeiten, die die Krankheit und ihre Behandlung mit sich bringen, können Depressionen verursachen – auch dies ist eine Krankheit, die behandelt werden muss. Depressionen können das Schmerzempfinden verstärken und sich negativ auf den Heilungsprozess auswirken.
8. Ein schwer kranker Mensch ist nicht dazu verdammt, mit Atemnot oder Schmerzen zu leben. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Symptome zu lindern und zu kontrollieren. Der Arzt ist verpflichtet, dagegen anzugehen.
9. In der Krankheit, ebenso wie in anderen Lebensschwierigkeiten, rettet uns der Sinn für Humor, Selbstironie und Abstand zu uns selbst.
10. Ein schwer kranker Mensch muss oft seine berufliche Tätigkeit einstellen. Die Krankheit entbindet jedoch nicht davon, ein Mensch zu sein, von dem noch viel abhängt und der viel zu geben hat.
*„Notwendiges Werkzeug: Für den Kranken” stammt aus dem Buch meines Lieblingsautors und Priesters Jan Kaczkowski und Katarzyna Jabłońska „Lebe bis zum Ende“. Handbuch zum Krankheitsmanagement.